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ISLE OF THE CREEPY - 1 - Ein neues Zuhause

"Ich soll WAS?" Damian starrte seine Mutter an. "Mom, er hat uns verlassen, als ich noch´n Baby war´! Was soll ich bei dem?" Er stand auf und wollte in sein Zimmer laufen. Doch seine Mutter hielt ihn am Handgelenk fest. "Er ist immer noch dein Vater." Sagte sie. "Überleg es dir, ja?" Damian riss sich los und lief in sein Zimmer. Er schnappte sein Handy vom Schreibtisch und ließ sich damit aufs Bett fallen. Dann rief er seinen besten Freund an. "Was los, Bro?" meldete Tony sich verschlafen. Er schlief hauptsächlich tagsüber und war in der Schule so motiviert wie ein Faultier. "Ich soll zu meinem Vater ziehen!" platzte Damian heraus. "Ach, du Scheiße, ich dachte der ist tot?" "Nein, er hat meine Mutter verlassen, als ich noch so ein Würmchen war wie deine Schwester." "Stimmt. Der mit dem toten Vater war Harry Potter. Oder war da die Mutter tot?" "Es waren beide tot, aber das ist jetzt egal. Ich soll zu meinem Vater ziehen, Tony!" "Wo wohnt er denn?" gähnte Tony. Damian stutzte. Das wusste er gar nicht. "Kein Plan, ich ruf dich zurück Bruder!" brabbelte er in sein auf-und-zu-klapp-Handy und stürzte in die Küche. "Einzelheiten!" stieß er außer Atem hervor. "Was?" seine Mutter sah von ihrer Zeitung auf. "Wo wohnt er, wie sieht er aus, was macht er beruflich?" "Wer?" Fragte seine Mutter verwirrt. "Mein Vater, verdammt!" "Setz dich." Sie schob mit dem Fuß seinen Stuhl ein Stück in seine Richtung. Er setzte sich und sie begann zu erzählen: "Dein Vater Jack lebt auf einer kleinen Insel im Atlantik. Sie ist ungefähr doppelt so groß wie Helgoland und heißt Morsiphore. Morgen ist doch der letzte Schultag, dann können wir da hinfahren. Ok?" "Mal sehen" meinte Damian. "Also, was er beruflich macht weiß ich nicht genau, ich glaube, er ist Arzt." Damian überlegte eine Weile und meinte dann: "Warum soll ich überhaupt zu ihm ziehen?" fragte er dann. Seine Mutter nahm seine Hand und sagte vorsichtig: "Meine Firma hat mich in die Zweigstelle nach Moskau versetzt. Wir müssten sowieso umziehen, aber du kannst ja kein Russisch. Deshalb sollst du zu Jack ziehen." Sie stand auf und begann in den Küchenschränken zu wühlen. "Milchreis?" fragte sie. Damian nickte und ging auf sein Zimmer. Als seine Mutter zwanzig Minuten später "ESSEN!" durch die 3-Zimmer-Wohnung krakelte und die alte Dame in der Wohnung unter ihnen an die Decke klopfte, schlurfte er in die Küche. Seine Mutter stellte den Topf auf den Tisch und setzte sich ihm gegenüber. Nachdem die beiden eine Weile schweigend gegessen hatten, fragte Damian: "Warum hat Dad uns damals verlassen?" Seine Mutter strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr. "Hat er nicht. Ich hab ihn verlassen." Damian fiel der Löffel runter. "Warum?" wollte er wissen. Seine Mutter seufzte. Dann sagte sie: "Dein Vater ist… anders." "Wie, anders?" "Weißt du, auf Morsiphore leben Vampire, Werwölfe, Hexen, Zauberer und Kobolde." "Du verarschst mich doch!" Damian lachte. Seine Mutter lachte nicht. "Mensch, das kann doch nicht war sein!" sagte er. "Dein Vater ist ein Kobold.Er hat spitze Ohren, spitze Zähne und Katzenaugen. Du bist ein halber Kobold." Damian sprang auf und rannte in sein Zimmer. Halber Kobold, so ein Quatsch! Das würde man ihm doch ansehen! Aber die Vorstellung auf einer Insel voller Monster zu leben faszinierte ihn. Er ging zurück in die Küche. "Gut." sagte er. "Übermorgen fahren wir."

9.5.14 15:03

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